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VIENNA DESIGN WEEK 2019

Eine Rück­schau zu den High­lights der Vienna Design Week 2019

Seit 13 Jahren macht der Oktober Wien zu einer offenen Werkstätte: Ein einwöchiges Festival ist gewissermaßen Leistungs­schau für Design aus Wien, Österreich und einem jährlichen Gastland – und gleichzeitig experimenteller Spielplatz abseits traditions­reicher Handwerks­betriebe. Die Vienna Design Week (VDW) bespielt dabei verschiedenste Orte der Stadt: DesignerInnen öffnen die Türen zu ihren Studios, öffentliche Plätze werden mit Interventionen zum Schau­raum, tägliche Talks, Cocktails und Pop Up Events verleihen dem Festival eine umtriebige Dynamik. Die Designinteressierten pilgern quasi von Location zu Location – wahr­scheinlich heißt genau deswegen ein zentrales Format der VDW auch tatsächlich „Passionswege“: Dabei werden Handwerks­betriebe mit Design­­schaffenden zusammen­­gebracht, um in einem offenen Prozess überraschende Lösungen abseits kommerzieller Produktion zu entwickeln. Ein weiteres zentrales Format ist die „Stadt­arbeit“, wo unkonventionelle Ansätze Heraus­forde­rungen des urbanen Raums in ambitionierten Social Design-Lösungen thematisieren.

Zusammenhalt für das vielfältige Geschehens innerhalb der Festival­woche ist dabei das VDW-Headquarter. Auch hier zeigt sich der experi­mentelle Grund­gedanke: Jedes Jahr wird ein neuralgischer Leerstand der Wiener Innenstadt zur Festival­­zentrale. Dadurch werden meist außer­­gewöhn­liche Plätze für die All­ge­mein­heit zugänglich, die meist kurz vor dem Abriss stehen und durch oftmals gestal­terisch interes­sante Grund­­gegeben­­heiten als ungewöhnliche museale Location interpretiert werden können. Heuer war der Standort im 9. Wiener Bezirk: Dort wo rundum eher noble Gründer­zeit­bauten stehen, befindet sich am Julius-Tandler-Platz auch der monströse Leer­stand einer ehemaligen Bank­zentrale. Der post­­moderne Glas­bunker sucht aktuell in einem Bürger­­Innen­­beteiligungs­­prozess noch nach seiner Zukunft – die Vienna Design Week nutzte die verschachtelte Banken­­archi­tektur für ihre jährliche Ausstellungs­sammlung: Jedes Jahr stellt ein Gastland deren lokales Design vor – heuer Finnland. Kleine Themen­ausstellungen erforschen das Potenzial zur Verbes­serung der Welt durch Design – beispielsweise „Urban Food“ – und etablierte Marken sowie kleine Labels und Manu­fak­turen werden vorgestellt.

Highlight im Inn­enhof der Festival­zentrale war die „Karak meets Wanderkiosk“-Schaubude: Die etablierte Vorarlberger Manufaktur (mit ihrem Showroom im Formdepot Wien und ihrem Sitz in Bludenz) für Raku-Fliesen zeigte sich in dem temporären Zusammenschluss von seiner verspielten Seite und kooperierte mit dem befreundeten „Budiker“. Die geometrischen Muster der Fliesen wurden zu eine Kreideschablone, mit der Besucher­Innen die Festival­zentrale umgestalten konnten. Der Wander­kiosk bot Rituale wie „Kaffee Flämmli“-Verkostungen und mikrofonbesungene Skurrillitäten wie Schwanger­schafts­test, Glüh­birnen und Seiden­strümpfe an. Tägliche Performances und Versteigerungen der hochwertigen Karak-Fliesen machten die Bude im Innenhof zum Hotspot der Festivalwoche.

KARAK, eine junge Fliesenmanufaktur aus Vorarlberg, die in handgefertigten Tonprodukten Tradition und Moderne vereint. Ihren Design-Fliesen wird mittels japanischer Raku-Brenntechnik und digitaler Grafik eine einzigartige Oberfläche verliehen. Vielfach werden neue individuelle Serien von Projekten und Personen inspiriert. In enger Zusammenarbeit mit AuftraggeberInnen entstehen so exklusive Objekte, die den Boden für sinnliche Räume legen.

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Ähnlich experimentell auch das jährliche Labor-Format: Seit 10 Jahren von Erwin K. Bauer kuratiert, kann dort GestalterInnen aus verschiedenen Disziplinen bei einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit und Design in the making über die Schulter geschaut werden. Das jährlich wechselnde Thema zeigt dabei aktuelle Trends genauso wie Nischen innerhalb der Designszene auf: Game Design war 2019 der Aufhänger, und in Kooperation von GrafikdesignerInnen und Game DeveloperInnen wurden innerhalb kurzer Zeit spielbare Prototypen entwickelt.

Nach einer Woche Spiel, Spaß und Design atmet Wien dann meistens einmal erschöpft durch: Der Festivalmarathon verläuft sich wieder in alle Richtungen, wo in den verschiedenen Studios, Werkstätten und Manufakturen dann weitergestaltet wird – um auch im nächsten Jahr wieder Designinnovationen der Zukunft zeigen zu können.

Vienna Design Week » viennadesignweek.at
Zu den lieben KollegInnen in Vorarlberg von KARAK (Raku-Design) » karak.at

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